Ein «ei-maliger» Ausflug

Bilder by Regina Halter

16 Frauen folgen der Einladung der Frauen- und Müttergemeinschaft Lungern um gemeinsam die Straussenfarm in Ennetmoos zu erkunden.


Pünktlich um 13 Uhr fährt der Bus der Firma Koch Reisen Giswil auf den Treffpunkt vor. Eine fröhliche Frauenrunde darf der Chauffeur Hans Burch begrüssen. Die Reise führt uns nach Ennetmoos zum Landwirtschaftsbetrieb der Familie Barmettler im Drachenried. Andy Barmettler begrüsst die Frauen und schon guckt ein interessiertes Straussentier um die Stallecke. Wir hören gespannt den Ausführung zu, so erklärt Andy, dass der Strauss aus Afrika stammt, sehr wenig Wasser braucht und 30 – 40 Eier pro Jahr legt. Die vielen Steine auf dem Areal wirken schon etwas kurrlig, doch das spannende folgt nun, als Andy uns erzählt, dass die Straussen Steine für die Verdauung brauchen, sozusagen als Mühle und wenn die Steine durch die Reibung abgewälzt sind, schnappen sich die Tiere einfach neue und die Nahrungsmittel Verquetschung kann weiter geführt werden. Der Strauss hat sehr lange Beine mit einer kräftigen Laufmuskulatur. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 70 km/h; eine Geschwindigkeit von 50 km/h kann der Strauss etwa eine halbe Stunde halten. Als Anpassung an die hohe Laufgeschwindigkeit besitzt der Fuss, einzigartig bei Vögeln, nur zwei Zehen.
Neben den Straussen führt die Familie Barmettler Hühner als Haupteinnahmequelle. Der Betrieb kann die bekannte Salatsauce Fabrik «Bruno’s Best» mit Eierquirl beliefern. Mit dem Bekanntheitsgrad der «Bruno’s Best-Salatsaucen» wuchs auch der Gebrauch an Eierquirl, dieser wird unterdessen durch selbstentwickelte Ei-Aufschlag- und Quirl-Maschinen ausgeführt. Zudem reicht die Eigenproduktion der Eier nicht mehr aus, es müssen Eier dazu gekauft werden.
Wohl eine der meistgestellten Frage ist, weshalb gibt es weisse und braune Eier? Die Frage wurde sehr plausibel durch Andy erklärt. Hühner mit roten Ohren legen braune Eier und Hühner mit hellen Ohren legen somit weisse Eier. Nun wird es relativ schwierig bei den Hühnern die Ohren zu sehen. Nichts desto trotz können wir die Frage künftig gut beantworten. Nach dem Ausschweifer zu den Artgenossen widmeten wir uns wieder dem Strauss.


Produkte vom Strauss
Das Straussenleder ist ein seltenes und edles Material, es wird für die Produktion von Handtaschen, Portemonnaie, Gürtel oder Schuhe verwendet. Die Federn können zu Abstauber, Kleidung- und Hutschmuck weiter verarbeitet werden. Die Familie Barmettler erzeugt vor allem Straussenfleisch. Das zart, muskulös und fettarm Fleisch ist sehr begehrt. Die Straussen brüten 42 Tage, da es wenige Jungtiere im Handel gibt, möchte die Familie Barmettler selber Straussen züchten. Nach einem Jahr sind die Straussen so gross wie die Elternvögel. Fortpflanzungsfähig sind sie jedoch erst mit drei bis vier Jahren. Afrikanische Strausse können bis zu 40 Jahre alt werden, erreichen aber mit 10 – 12 Monaten ihr Schlachtalter.


Straussenrührei, ein ei-maliger Genuss
Nach der interessanten Führung und Erläuterungen stellt Andy die portable Küche auf. Mit einem grossen Metallkochlöffel klopft er das weisse Straussenei auf und mit einem Messer öffnet er das Ei vorsichtig um anschliessend das riesen Ei in eine grosse Pfanne aufzuschlagen. Mit dem Schwingbesen bewaffnet verwirbelt er das Ei. Das Rührei schmeckt vorzüglich, es ist feiner aber körniger als ein Hühnerei. Nach dieser kleinen Stärkung spazieren wir zum Verkaufs­laden «drachenried.ch». Hier werden wir mit Apfelsaft und einem Zabäplättli mit Käse, Brot und Straussentrockenfleisch verwöhnt. Weiter hinten im Raum ist die Verkaufsvitrine der bekannten Rossmetzgerei. Das Angebot an Wurst- und Fleischwaren zieht uns alle an, um die Männer am Abend mit einer Leckerei zu überraschen. Langsam verabschieden wir uns im Drachenried und die Reise führt uns nach Sachseln. Im Café «Zum Stein» geniessen die Frauen noch etwas Flüssiges. Gegen 17 Uhr fahren wir in Lungern ein. Das Fazit des Tages «Sieh das schöne liegt so nah».

 

Regina Halter  |  Aktuarin FMG Lungern