Der Samiglois schaut bei den Senioren herein

Mittwoch, 3. Dezember 2014  |  Pfarreizentrum Lungern

Jedes Jahr um die St.-Nikolaus-Zeit organisiert die Frauen- und Müttergemeinschaft Lungern einen fröhlichen Nachmittag für Senioren ab 60 Jahren. Gegen 90 Personen folgten dieses Jahr der Einladung in den adventlich geschmückten Saal im Pfarreizentrum. 


Anekdoten über Dräher Adolf, Fenk Marie und Muirers Hans

Die Präsidentin Marianne Müller begrüsste die Anwesenden und zeigte sich erfreut, dass so viele Leute den Weg ins Pfarreizentrum gefunden haben. Tony Imfeld «Dräher-Tony» schlug sein Buch auf und erzählte von Geschichten aus früheren Zeiten, welche er sich aufgeschrieben hatte. Zuerst erzählte er Anekdoten von seinem Grossvater dem Dräher Adolf, dieser war Schreiner und arbeitete unteranderem beim Neubau der Lungerer Pfarrkirche im Sattel im Jahr 1893 mit. Als Zwischenspiel begeisterte Fritz Gasser «Lunzi-Fritz» die Teilnehmer mit seiner Handorgel. Die zweite Geschichte handelte von Fenk Marie, sie betrieb ein kleines Kommunalwaren Geschäft an der Hostettgasse. Klein Tony durfte des Öftern bei Marie einkaufen, sobald er all seine Einkäufe erhalten hatte, bekam er noch einen «Zuckerstein» in den Mund gesteckt. Einige Jahre später eröffnete die Familie Imfeld «Drähers» auch ein Kommunalwaren Geschäft an der Bahnhofstrasse, eines Tages kam das Fenk Marie einkaufen, da waren alle verwundert und fragen sie: «Marie, weshalb kommst du zu uns einkaufen, du hast ja fast dasselbe Sortiment?» Darauf Marie: «Ihr seid so viele Jahre meine Kunden gewesen, deshalb komme ich nun auch mal zu euch.». Als dritte Geschichte erzählte Tony von «Muirers Hans». Hans war ein begnadeter Velofahrer, so begleitete der Drahtesel Hans tagtäglich. Im Restaurant Bahnhöfli war er ein gern gesehener Gast. Als er nach Hause fuhr, sprang ihm ein Huhn ins Vorderrad, zuerst machte dies nichts, doch dann stand das Huhn an der Gabel an und Hans flog im hohen Bogen über den Lenker und der gefiederte Freund lag mausetot auf der Strasse. So nahm er sein deformiertes Velo und das Huhn um dies der Besitzerin zurück zu bringen, doch diese rühmte ihn überhaupt nicht. Nun verabschiedete sich Tony mit einem kurzen Weihnachtsgedicht. 


In Erinnerungen an Arnold Ming-Denzler

Schon hörte man aus der Ferne die Trinkelnklänge, welche immer näher und näher kamen. Die Augen der Anwesenden begannen zu leuchten, als der Samiglois mit seinen Dienerinnen das Pfarreizentrum betrat. Zuerst richtete er an alle die besten Grüsse, anschliessend schlug er sein Goldenes Buch auf und lass Gedichte von seinem Vater Arnold Ming-Denzler vor, diese Gedichte wurden damals regelmässig in der Zeitung «Lungerer Bote» publiziert. Leise schloss er sein Buch und die Dienerinnen begaben sich von Tisch zu Tisch um die Teilnehmer mit Lungerer Birnenhonig zu beschenken. Mit den besten Wünschen für die bevorstehende Weihnachtszeit und das neue Jahr verabschiedete sich der Samiglois mit seinen Dienerinnen und die Trinklerbuben ausserhalb des Pfarreizentrums traten tatkräftig hinter die Trinkeln. 


Mit einem Cheli gestärkt

Die Vorstandfrauen und zwei Helferinnen servierten feinen Lebkuchen und ein stärkendes Cheli. Zur Unterhaltung griff «Lunzi Fritz» nochmals in die Tasten und gab wunderschöne Melodien zum Besten, dazu wurden Bilder rund um Lungern gezeigt. Ein gemütlicher Nachmittag neigte sich dem Ende entgegen. «Läbid wohl» bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heisst «Dr Samiglois chund». 


Regina Halter | Aktuarin FMG Lungern