Das schwarze Gold im Sernftal

Freitag 29. August 2014  |  Elm

Der Vereinsausflug führte die Frauen- und Müttergemeinschaft Lungern nach Elm. 31 Personen folgten der Einladung. Auf sie wartete ein gemütlicher und interessanter Tag in den Glarner Alpen.

 

Gespannt was der Tag bringen wird, warteten die Frauen an verschiedenen Einstiegsorten auf den Car des Reiseunternehmens Koch Reisen Giswil. Die Organisation und Reiseleitung lag in den Händen von Marianne Ming-Gasser «Schynbärg». Die Reise führte vorbei an Luzern über den Hirzel, dem Zürichsee entlang bis Niederurnen, wo der Chauffeur Jonny Bucher ins Glarnerland einbog. Im Restaurant Schützenhaus in Glarus stärkten wir uns mit einem Kaffee und Gipfeli. Nach dieser Stärkung reisten wir weiter ins Sernftal bis nach Elm.

Der Bergsturz von Elm
Eine Dorfführerin erzählte den Anwesenden sehr interessantes über die Entstehung und Zusammensetzung der Elmer Berge und wie das bekannte Martinsloch entstehen konnte. Der Abbau von Schiefer («schwarzes Gold») prägte die Geschichte des Sernftals und der Gemeinde Elm. So wurde 1868 am Tschingelberg oberhalb von Elm mit dem Schieferabbau begonnen. Anlass für die steigende Nachfrage war die neu eingeführte Schulpflicht. Mangelnde Kenntnisse im Bergbau führte aber am 11. September 1881 zum verheerenden Bergsturz. Eine ungeheure Felslawine hatte innert Minuten 114 Menschen unter sich begraben, zudem zerstörten die Felsmassen 83 Gebäude sowie viel Wald und verschüttete 90 Hektaren kostbares Wiesland. Die Abbruchstelle oberhalb von Elm ist heute noch gut ersichtlich.
Rund zehn Jahre nach dieser Katastrophe wurde der Abbau von Schiefer wieder aufgenommen, diesmal aber nicht mehr im Tagbau, sondern im Stollenbau. Die Schieferlager im Innern des Berges gingen rapide zurück und der Ausbruch des ersten Weltkrieges führte zum endgültigen Schluss des Schieferabbaus in Elm.
Einzig die Schiefertafelfabrik der Gebrüder Schenker in der Sandgasse überdauerte die Entwicklung. Hier entstanden bis 1983 in sehr aufwendigen Arbeitsschritten Schul- und Jasstafeln. Anschliessend erwarb die «Stiftung pro Elm» das Fabrikgebäude, mit dem Ziel, diesen wichtigen funktionstüchtigen Zeitzeugen der Nachwelt zu erhalten. Die Dorfführerin Frau Rhyner demonstrierte uns die Maschinen und Arbeitsschritte. Viel zu schnell war diese interessante Führung und Präsentation vorbei und schon hörte man langsam den Magen knurren. Im Restaurant Elmer konnten wir ein schmackhaftes Stollensteak mit Folienkartoffeln und einem Glarner Pastettli geniessen. Anschliessend erkundeten wir noch Elm, die Heimat von Vreni Schneider und dem bekannten Elmer Citro. Nun fing es langsam zu regnen an und wir kehrten Elm den Rücken zu.

Mit «Schafböcken» bepackt
Jonny chauffierte uns durchs Glarnerland, dem Zürichsee entlang hinauf nach Schindellegi und weiter nach Einsiedeln. Nach einigen besinnlichen Minuten im Kloster und mit «Einsiedler Schafböcken» bepackt, nahmen wir den letzte Teil der Reise zurück nach Lungern in Angriff.
Der Ausflug nach Elm mit der eindrücklichen Geschichte des schwarzen Goldes des Sernftals wird uns mit vielen tollen und interessanten Eindrücken in Erinnerung bleiben.


Regina Halter-Vogler  |  Aktuarin FMG Lungern

Bilder by Regina Halter