Solothurn und die Zahl elf

Freitag 31. August 2012  |  Vereinsausflug

Der diesjährige Vereinsausflug führte uns nach Solothurn. 27 Frauen folgten der Einladung und konnten einen gemütlichen und interessanten Tag am Fusse des Juras erleben.

 

Gespannt was der Tag bringen wird, warten die Frauen an verschiedenen Einstiegsorten auf den Car des Reiseunternehmens Koch Reisen Giswil. Die Organisation und Reiseleitung lag in den Händen von Marianne Ming-Gasser «Schynbärg». Der Chauffeur Ernst Enz fuhr auf der Autobahn bis zur Ausfahrt Rothenburg, um anschliessend auf der Hauptstrasse über Ruswil und Grosswangen beim Kaffeehalt in St. Urban einzutreffen. Im Klostergasthaus Löwen genossen wir einen heissen Kaffee und ein feines Gipfeli. Frisch gestärkt besichtigten wir die prächtige Klosterkirche mit ihren wunderschönen Schnitzereien an der Chorbestuhlung. Weiter führte uns die Reise über Niederbipp nach Solothurn. Vor den Toren der Stadt warten zwei Reiseleiterinnen auf uns. Überaus interessant war diese Stadtführung, wir erfuhren wie Urs und Viktor zu den Stadtheiligen wurden. Spannend waren die Erzählungen über die französischen Ambassadoren und die Erklärungen der prachtvollen barocken Architektur. Die St. Ursen-Kathedrale dominiert das Stadtbild, leider konnten wir dieses Wahrzeichen renovationsbedingt nur von aussen besichtigen. In einem anderen Stadtteil ragen die dicken Mauern der alten Stadtmauer aus den Gebäuden.

Beeindruckend war wie Solothurn mit der Zahl elf verwurzelt ist. Die Zahl elf ist in der Stadt allgegenwärtig. So gibt es elf Museen, Brunnen, Kapellen, Kirchen und eine Uhr mit einem Zifferblatt, welches nur elf Stunden zeigt. Besonders interessant ist das Vorkommen der Zahl elf an der St. Ursen-Kathedrale. Unter anderem dauerte die Bauzeit elf Jahre (1762–1773), die Fassade ist dreimal 11 Meter hoch, der Turm misst sechsmal 11 Meter und die Freitreppe besteht aus drei Gruppen zu je elf Stufen.

 

Sogar ein «Öufi»-Bier

Die Solothurner nennen sogar ihr Bier «Öufi»-Bier. Das älteste Bauwerk der Stadt ist der Zeitglockenturm, welcher die Frauen sehr faszinierte. Der Glockenschläger in der Helmlaterne schlägt mit einem grossen Hammer auf die Glocke. Unter dem Schirmdächlein zeigen drei Symbole (Ritter, König und Gerippe) jede Stunde den Sinn des Lebens, unterhalb ist das grosse astronomische Uhrwerk aus dem Jahre 1545 von Lorenz Liechti und Joachim Habrecht, dieses kündet Tag, Monat und Jahreslauf an, sogar die Mondphasen kann man an diesem, in der frühen Neuzeit erbauten, Uhrwerk ablesen.

Viel zu schnell war diese interessante Stadtführung vorbei und wir konnten die Stadt noch selber etwas auskundschaften, bis langsam der Magen zu knurren begann. Im Zunfthaus zu Wirthen konnten wir eine schmackhafte und sättigende Solothurner-Rösti geniessen.

 

Besuch der Verenaschlucht

Nach dem Mittagessen kehrten wir der Ambassadorenstadt Solothurn den Rücken zu und fuhren etwas ausserhalb zum Einstieg der Verenaschlucht, welche als «Ort der Kraft» bezeichnet wird. Vogelgezwitscher und das plätschernde Bächlein laden zum Verweilen ein. Der angelegte Weg durch die idyllische Schlucht führte uns über mehrere Brücklein, Felsformationen und Denkmäler vorbei, bis wir beim Waldausgang die Einsiedelei St. Verena und die Kapelle unter den Felsen erblicken. Der Legende nach kam Verena mit der thebäischen Legion aus Ägypten nach Solothurn, um hier zu heilen und zu lehren. Bevor sie nach Zurzach weiterzog, hatte sie viele Jahre zurückgezogen in der Schlucht gelebt.

Weiter führte uns die Reise über Wangen an der Aare, Langenthal wo wir einen Blick auf die bekannte Porzellan Fabrik erhaschten, zu unser letzten Kaffeehalt in einem heimeligen Restaurant in Madiswil. Neu gestärkt nahmen wir den letzten Teil unserer Reise in Angriff, welcher uns vorbei an Huttwil, Willisau und Wolhusen nach Lungern führte.

Der Ausflug nach Solothurn und der idyllischen Verenaschlucht wird uns mit vielen tollen und interessanten Eindrücken in Erinnerung bleiben.

 

Regina Halter-Vogler  |  Aktuarin FMG Lungern

Fotos by Regina Halter